HGH
Du bist ein müder und abgekämpfter Reisender auf einem verlassenen Highway der modernen Musik, auf dem „alt.country” und „Americana” schnell zu einem Outlet-Laden werden, der billige Melodien und langweilige 2-für-den-Preis-von-1 Angebote anpreist. Wo „country” nichts ist bis auf eine schimmernde, substanzlose und blitzende Vegas-Fata Morgana. Du bist müde, du bist hungrig, du bist verloren. Aber während deine Augenlieder langsam zufallen, dein Kopf sich gen Lenkrad neigt, kommt, ganz plötzlich, die Erlösung….nächster Halt: SEB’S HOTEL!
Die Besitzer sind keine anderen als HGH, oder auch die Hagfors-Gebhardt-Hickstars. Check ein und mach es dir gemütlich! Frühstück ist extra (aber wer steht denn auch schon rechtzeitig auf, um es zum Frühstück zu schaffen?), dafür ist ein Soundtrack enthalten. Stundenweise oder auch wöchentlich, jeder Raum hat eine bunte Historie und viele Geschichten zu erzählen.
Martin Hagfors, der Frontmann von Norwegens Home Groan, schloß sich mit seinem Freund und Ex-Motorpsycho Schlagzeuger Haakon Gebhardt zusammen, um Musik zu machen. Zusammen mit Hellbilly Lars H. Haugen nahmen sie ihr erstes HGH aka HagforsGebhardtHaugen Album „Pignoise” auf, das von den Kritikern gefeiert und von Home Groan-Fans, Motorpsycho-Anhängern und Hellbillies gleichermaßen gut aufgenommen wurde. So spielten sie in Clubs zu Hause und im Ausland sowie auf so bekannten Festivals wie Glitterhouse und Norwegian Wood.
Kurz nachdem „Pignoise” veröffentlicht wurde, wählte Haugen einen anderen Weg und verließ HGH. Glücklicherweise mußte das Duo nicht seinen Namen ändern, sondern machten als die Hagfors Gebhardt Hickstars weiter: eine Gruppe von Sängern, Songwritern, Gitarristen, Banjo- und Spielzeugklavierspielern, die so gut wie jedes Instrument zu beherrschen scheinen – ihr musikalisches Können: grenzenlos.
Bald darauf kam „Trash Grass And Love Songs“, welches HGH mit Stolz geschwellter Brust als einen anspruchsvollen Fortschritt in Sachen Aufnahme beschrieben: wurde das erste Album noch auf einem Einspurgerät aufgenommen, konnte „Trash Grass And Love Songs” gar auf einem Zweispurgerät glänzen. Gefüllt mit liebenswürdigen Kleinoden, die sich augenblicklich im Kopf einprägen, wundervoll verdrehter Spike Jones Verrücktheit sowie sanften Balladen, wurde „Trash Grass” dann auch mit einer großen Europatour unterstützt. Während dieser erblickten die beiden „das Licht” und predigten von dem gütigen und allmächtigen Vater Seb.
Das nächste Album „Seb’s Hotel” folgte prompt. Vieles von dem sich darauf befindenden Material wurde während der Tour aufgenommen, auf einer Fähre, in Hotelzimmern oder auch in fremden Küchen. Sie benutzten Instrumente wie das traditionellere Banjo, Gitarren und Kazoos, sowie Haushaltsgeräte oder kleine Schätze, die sie auf Flohmärkten oder staubigen, vergessenen Dachböden ausfindig machen konnten. „Seb’s Hotel” ist eine Hymne auf das Herumreisen, auf die Freundschaft und auf gemeinschaftliches Musizieren.
Die „Liebe und Toleranz“-Bewegung des Vater Seb wuchs und wuchs, womit es Zeit für ein neues Album wurde. „Miracle Working Man” lobpreist Vater Seb, der ein weiteres Mal Martin und Gebhardt auf der Tour begleitete. Aber wer ist Vater Seb? Vielleicht wirst du Ihn einmal auf einem HGH Konzert treffen?!
Behold and bear the witness to the glory of trash grass!
Listen to:
Sensory Pleasures (Hagfors/Gebhart)
http://www.homegroan.net/snd/sensory%20pleasures.mp3
HGH – It’s mine
http://www.homegroan.net/music/hgh_itsmine.mp3