The White Birch
The White Birch – STAR IS JUST A SUN
Norweger!
! ist ein Album, das von Atmosphäre und von Intensität lebt, es betört durch direkte, ernste, einfache, organische und hingebungsvolle Musik, die darauf abzielt, sowohl schön als auch glaubwürdig zu sein. Wer Talk Talk, Savoy Grand, Codeine oder Low mag, wird von diesem Osloer Trio mindestens begeistert sein. Star Is Just A Sun ist, mit Verlaub, modern aber zeitlos. Ruhig, ja, schon, aber auch intensiv. Und: mords-abwechslungsreich. Im Prinzip verlangsamte, große Popmusik. Und “Beauty King”: ein Hit ohne gleichen.
The White Birch wurde 1996 in Oslo von Ola Fløttum und Hans Christian Almendingen gegründet, kurz darauf stießen Bassist Ulf Rodge und der Computerkünstler Frode Løes Arnesen dazu. Die Debüt LP Self Portrayal aus dem selben Jahr entstand ohne fremde Hilfe und erhielt euphorische Rezensionen. 1997 folgte die EP Left Hand. Im gleichen Jahr gewannen sie ZOOM, den alternativen Rock Preis Norwegens und wurden als bester neuer Live Act im SoWhat!- Wettbewerb nominiert. 1998 erschien dann das von Helge Sten (Motorpsycho, Hope Sandoval) produzierte People Now Human Beings. Weitere phantastische Kritiken folgten.
1999 lieferte White Birch mit ihrer Version von Demon Box einen Beitrag zum Motorpsycho-Tribute Album. Im selben Jahr begann die Arbeit an ihrem neuen Album, während sie weiter an ihrem eigenenAufnahmestudio bastelten – Start ihrer eigenen kleinen Odyssee.
Mit People Now Human Beings schienen The White Birch einstweilen das Ende ihres eigenen musikalischen Universums erreicht zu haben. Dennoch ließ sie das Gefühl nicht los, dass es da draußen noch mehr geben müsse. Unendliche Weiten, ferne Galaxien, sozusagen. Die Coverversion von Demon Box war der erste Ausbruch aus den vormals selbstgezogenen Grenzen, einVorstoß ins Ungewisse. Fast blind tasteten sie sich vorwärts. Sie experimentierten mit neuen Instrumenten, neuen Arten Dynamik aufzubauen, und trafen plötzlich, Anfang 1999, den genau richtigen Ton. Der Song Love Is So Real war geboren, die schöne, neue Welt erreicht. Unmengen neuen Materials wurden nun komponiert, einiges schaffte den Weg ins Aufnahmestudio. Eine EP sollte es werden – doch der Plan wurde wieder verworfen, nicht gut genug waren die ersten Gehversuche. Es war ein Gang durch eine Wüste voller Trugbilder, abgedroschener Rock Klischees und kurzlebiger Affären mit neuen Stilen und Klängen. Love Is So Real war der Leitstern, aber wie weit würde die Reise noch führen?
In der Zwischenzeit heiratete Fløttum und ließ sich bald darauf wieder scheiden. Rodge wurde Vater eines Sohnes. Im Sommer 2000 ging die Band für drei Wochen in einer Hütte an der Küste in Klausur, ausgerüstet mit einem Videorecorder, alten Hitchcock Filmen und ihrer gesamten Studioausrüstung. Drei wahrlich unvergesslicheWochen. Frustration haufenweise, Ideen wurden geboren nur um gleich wieder verworfen zu werden, kein Song wurde aufgenommen – dafür verlor man ein Bandmitglied. Andersen schied aus.
Aber der Boden war bereitet, die Saat gesät: musikalische Themen aus denen sich die Songs Beauty King, Glow und Donau Movies entwickelten. Eine Landschaft aus Tönen, feierlich, bilderreich und vage vertraut, die langgesuchte Welt rückte ins Licht. Für zwei Jahre zog sich die Band anschließend ins Studio zurück, vergaß die alten Songs, gab Star Is JustASun keine Konzerte. Alles was sie mitnahmen war das intensive Bestreben dieses bisher unentdeckte Universum hörbar zu machen. So geschehen, gemischt, gemastert und veröffentlicht im Jahr 2002. Einfache Melodien mit unendlicher Tiefe, lebendig arrangiert und produziert, eingefangen in Star Is Just A Sun. Nach vier Jahren war man angekommen in einer neuen musikalischen Welt.
Ola Fløttum: singt, spielt u.a. Gitarre und Klavier; komponiert, schreibt Texte, produziert – ist Mitglied der Instrumental-Post-Rocker Salvatore und hat ein Soloprojekt namens Portrait Of David. Hans Christian Almendingen: spielt Schlagzeug, Perkussion etc. und ist verantwortlich für Arrangements. Ulf Rogde:
spielt u.a. Bass – arrangiert, schreibtTexte. Studiert Psychologie.
“A superb and very visual mix of sound elements, noise and beautiful, almost elevated harmonious stretches something like an alternative masterpiece within the challenging part of rock music.” Mode Steinkjer, Dagsavisen.
“The White Birch don’t play rock in a conventional sense, rather they touch dreamlike qualities in a twilight zone that both unsettles and excites.” 6/6. A. Skancke-Knutsen, Planetarium C.
“Subtle and beautiful … one of the absolute best Norwegian Releases of 1996.” 6/6. K.H. Thon, Aftenposten.
Video: The White Birch – Seer Believer