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Matt Sharp




Gut zehn Jahre Nach der Veröffentlichung des
Debut-Albums „The Blue Album“ von WEEZER
veröffentlicht deren Gründungsmitglied und THE
RENTALS-Frontmann MATT SHARP sein Solo-Debut-
album.

Kaum weiter hätte sich SHARP entfernen können
vom temperamentvollen, quirligen Powerpop sei-
ner Erfolge als Bassist von WEEZER und Chef der
RENTALS. Spirituell ist die Stimmung des Albums
und, wenn auch nicht unbedingt düster-depres-
siv, so doch zumindest karg und von intimer Trau-
rigkeit geprägt. Aber nicht zu schnell - fangen wir
beim Anfang an: Mit ihrem ersten Album „The Blue
Album“ wird die ein Jahr vorher gegründete Band
WEEZER (Rivers Cuomo, Vocals&Guitar; Matt Sharp,
Bass; Patrick Wilson, Drums; Brian Bell, Guitar)
stante pedes in den Rock-Olymp der PostGrunge-
Ära erhoben. Die von Ric Ocasek (The Cars) pro-
duzierte Platte knüpft eine Verbindung zwischen
melodiösem Stadionrock à la Cheap Trick und
dem dem Indie-Spirit der Pixies, und mit cleveren
Videos von Spike Jonze („Undone (The Sweater
Song)“ und „Buddy Holly“) wird der eingängigen
Mischung die Krone verliehen. Mit dem 1996 ver-
öffentlichten Nachfolger „Pinkerton“ wird WEEZER
mehr und mehr zum Vehikel des Bandleaders
Rivers Cuomo und der WEEZER-Bassist SHARP und
die anderen beiden Mitglieder engagieren sich
daneben in eigenen Bands. SHARPS eigene Band
THE RENTALS hielt schon 1994 die ersten Sessions
ab und veröffentlicht 1995, im Jahr zwischen den
beiden ersten WEEZER-Alben.

ihr Debut „Return Of The Rentals“ und Auch die
RENTALS können einen Hit verbuchen („Friends Of
P.“), und nachdem Cuomo WEEZER erstmal auf
Eis legt steigt MATT SHARP 1998 aus und widmet
sich ganz dem zweiten RENTALS-Album „Seven
More Minutes“. SHARPS Band knüpft an die hook-
orientierte Power von WEEZER an, strebt aber mit
Synthe-sizereinsatz mehr eine Adaption des Früh-
80er New Wave an. Das episch-hedonistische
Nachfolgealbum „Seven More Minutes“ weiß mit
Gastauftritten von Damon Albarn (Blur, Gorillaz),
Donna Matthews (Elastica), Miki Berenyi (Lush)
und Tim Wheeler (Ash) zu glänzen, bleibt aber
bis dato das letzte Lebenszeichen der RENTALS.

2003 schließlich meldet sich MATT SHARP zurück
mit einem akustischen Solodebut, der 4-Track
„Puckett’s Versus The Country Boy“ E.P. Sie ist
die erste Marke einer Abkehr vom hookorientier-
ten Powerpop, die deutlicher nicht sein könnte.
Zu den Aufnahmen zog SHARP sich ins selbstge-
wählte Exil aufs Land, genauer gesagt nach Lei-
pers fork, tennessee zurtück, um unter der Mit-
hilfe des Gitarristen Greg Brown (ehemals bei
Cake) und des Technikers Josh Hager in absolu-
ter Isolation zutiefst intime Stücke aufzunehmen.

Das jetzt vorliegende, selbstbetitelte Album ist
von einer kontemplativen Stimmung getragen,
der man sich nicht entziehen kann. Um Zurück-
haltung und Stille geht es, um die Entdeckung
der Langsamkeit.

Die Instrumentierung des Album besteht fast
ausschließlich aus SHARPS Gesang und aus
akustischer Gitarre. Gelegentliche Sprengsel
von Klavier, Orgel, Synthesizer-flächen und
Rasseln runden das Klangbild ab. Auch der
Gesang besticht durch Intimität und driftet
zuweilen ins brüchig-schräge eines Mayo
Thompson (Red Krayola, Pere Ubu).
Das Motiv des Verstummens der späten Talk
Talk erscheint vielleicht als Referenz oder die
Epen von Mojave 3, aber MATT SHARP ist Ame-rikaner und seine Aufnahmen sind trotz ihrer
Kargheit und Traurigkeit getragen von einem
Geist der Versöhnlichkeit und der Tradition
von Folk und Americana.

MATT SHARP öffnet sich mit seinen Aufnahmen,
zeigt zutiefst Persönliches und beteiligt die
Hörerin/ den Hörer an der introspektiven
Suche, seiner Reise in das Innen.

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