Tokyo Sex Destruction
Im Gegensatz zu vielen spanischen Bands, die
jetzt wieder zu ihrer Heimatsprache übergehen,
singen Tokyo Sex Destruction in Englisch. Zwar
mit starken Akzent, aber einem noch viel stär-
kerem Selbstbewußtsein. Englisch war bis 1975
an den Schulen verboten, ein Resultat der Unter-
drückung durch Franco, danach noch viele Jahre
praktisch nicht existent und ist auch heute noch
keine Selbstverständlichkeit. An eine Musikbewe-
gung, wie sie in den USA oder England in den 60er
Jahren stattgefunden hat, war damals wegen der
Zensur nicht zu denken.
Wenn man sich Spaniens King of Rock’n’Roll Miguel
Rios (“Sonnenschein und Regenbogen“) anhört, so
denkt man nur: was für ein Blödsinn! Die politisch-
en Texte und Linernotes von TSD wären bis vor
wenigen Jahren in Spanien noch undenkbar
gewesen.
Zu Ehren von John Sinclair, dem legendären
Gründer der radikalen White Panther Party und
Manager der nicht weniger legendären MC 5,
haben sich die Spanier geschlossen in Sinclair
umbenannt. Michael Davis, Bassist der MC 5,
war von den Aufnahmen der Band so begeistert,
daß er zusammen mit seiner Frau Angela Davis
(ehemaliges Mitglied der Black Panthers und
linke Bürgerrechtlerin) einige Tracks der Band
produziert hat.
Konzerte in Europa und den USA, die das Quartett
zusammen mit Jon Spencer Blues Explosion, The
Mooney Suzuki, The Fleshtones und Zen Guerilla
gegeben hat, haben die Band zu einem Liveact
zusammengeschweißt, der bis jetzt noch jeden
Hintern zum Wackeln gebracht hat.
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